KVN 2007

16. März bis 29. April 2007
3 Hamburger Frauen : Ergül Cengiz . Henrieke Ribbe . Kathrin Wolf

Wir trauen uns …

19. Mai – 8. Juli 2007
JEAN TOCHE

„EXPLORING THE SEWERS OF BRUTAL POWER“

29. September bis 11. November 2007
Correspondence : Korrespondenzen

INFORMATIONEN

29. September bis 11. November 2007

Correspondence : Korrespondenzen
„Ich sende Ihnen einen Gedanken zu. Bitte denken Sie ihn weiter.“ (Robert Rehfeldt)

Ausstellungseröffnung:
Freitag, 28. September 2007, 19 Uhr

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Teilnehmer/innen
Ulrich Bernhardt: Dr. Zwiebels Telepraxis . Baumgärtner & Baumgärtner . Claudia Bosch . Ingrid Hartlieb & Ria Endres . Wolf Nikole Helzle & Masayuki Akamatsu . Susanne Hofmann & Christoph Inderwiesen . Stéphane Le Mercier . Andreas Mayer-Brennenstuhl & Mark Lankford . Barbara Lörz mit Lu Landsberg, Ursula Bierther und Dagmar Roos . Susanna Messerschmidt . Jürgen Palmtag & Emmerich Györy . Luzia Simons & Werner Knoedgen . Herbert Stattler . Eva Teppe (Tokyo) . Mirja Wellmann und Sprecher . Hans Winkler & Walking Newspaper 

Der schriftliche Austausch zwischen Künstlerinnen und Künstlern, ihren Freunden, Sammlern, nahestehenden Theoretikern u.a. gehört zu den Klassikern künstlerischer Kommunikation. Während die Künstlerbriefe der klassischen Moderne noch als parallel gelagerte, private Ausdrucksformen betrachtet wurden, erhält der schriftliche Austausch seit den 1960er Jahren, vor allem im Umfeld von Fluxus und Konzeptkunst als MAIL ART oder als CORRESPONDANCE ART einen autonomen Stellenwert.

Im Rahmen der Ausstellung „Correspondence : Korrespondenzen“ zeigt der Kunstverein Neuhausen unterschiedliche Formate der verbalen und non-verbalen Kommunikation von Künstlerinnen und Künstlern.
Die Bandbreite reicht von der postalischen Künstlerkorrespondenz, bei der Aspekte des Künstleralltags geschildert werden (Hofmann/Inderwiesen, Herbert Stattler), über autonome Mail Art Projekte wie beispielsweise Dr. Zwiebels Telepraxis oder Eva Teppes Kunstpostwerk „Sommergrüße aus Tokyo“. Dazu zählen ebenfalls künstlerische Kooperations- und Kommunikationsprojekte (Wolf Nikole Helzle, Claudia Bosch, Mirja Wellmann, Jürgen Palmtag, Susanna Messerschmidt) – sowie die Nutzung alter und neuer Medien zum Informationsaustausch. So nutzt beispielsweise Andreas Mayer-Brennenstuhl seit Jahren den Postweg, um mit dem Todeskandidaten Mark Lankford/USA zu kommunizieren. „Printed Matter“ dienen hingegen der Bildhauerin Ingrid Hartlieb und der Schriftstellerin Ria Endres zum künstlerischen Austausch, während Hans Winkler an unterschiedlichen Orten (Havanna, San Francisco, Istanbul u.a.) sein Walking Newspaper Project realisiert, an dem immer wieder neue Personen, Kollegen, Studenten u.a. beteiligt werden. Mit dem Medium Video dokumentieren Luzia Simons & Werner Knoedgen ihre künstlerische Auseinandersetzung, während Internet und Chatforen für Baumgärtner & Baumgärtner Kommunikationsmöglichkeiten liefern, die zwischen alltäglichen, künstlerischen und privaten Anliegen angesiedelt sind.

19. Mai – 8. Juli 2007

JEAN TOCHE

„EXPLORING THE SEWERS OF BRUTAL POWER“
Untersuchung des Nährbodens roher Gewalt

Eröffnung: 18. Mai 2007, 19.00 Uhr

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Der Kunstverein Neuhausen zeigt vom 19. Mai – 8. Juli 2007 die erste Einzelausstellung des New Yorker Künstleraktivisten Jean Toche in Deutschland.

Jean Toche (*1932) nahm in den 60er und 70er Jahren vor dem Hintergrund der Proteste gegen den Vietnamkrieg – an unterschiedlichen politischen Kunstaktionen in New York teil. Er war Mitglied der Art Workers Coalition und der Guerrilla Art Action Group (GAAG), die er 1969 gemeinsam mit Jon Hendricks gründete.
Ebenfalls war er mit der „Destructive Art“ Bewegung verbunden.

Seine kulturkritische und gesellschaftspolitische Haltung brachte er in Happenings und Aktionen, in Manifesten, Publikationen und Mail Art Aktionen zum Ausdruck.

In der Ausstellung werden Aktionsrelikte aus den späten 60er Jahren wie beispielsweise „Burned Flag“ und Videos von der Ausstellung „The People`s Flag Show“  (New York 1970) mit aktuellen Arbeiten Jean Toches kombiniert. In seinen jüngsten Fotoprints und Mail Art Aktionen reflektiert er sein Verhältnis zur globalen und besonders zur us-amerikanischen Politik von George W. Bush. Das Material für seine Attacken entnimmt Toche den Printmedien.  Die  Meldungen aus der Tagespresse kommentiert er dabei mit einer Art performativer Selbstinszenierung, bei der er seinen Körper tabu- und schonungslos einsetzt.

„Toche`s Angriff gegen die Politik der Bush-Regierung ist nicht subtil sondern frontal, hart, aggressiv und steht eher in der Tradition von Agitprop-Kunst“.  (Matthias Reichelt)

In der Ausstellung werden erstmals Filmdokumente aus dem Archiv Jon Hendricks gezeigt :Aktion „Burned Flag“ (GAAG) und Interview des „Global Village“ mit den Judson Three (Hendricks, Ringgold, Toche).  Performance von Yvonne Rainer & Grand Union „Flag Dance“ . Symposium mit Diskussionsbeiträgen von Abbie Hoffman,  Kate Millett, Faith Ringgold, Michele Wallace, Black Panther Party, Gay Liberation Front, M.A.N. (Making a Nation), W.A.R. (Women Artists in Revolution), Gerald Lefcourt, Steven Radich (Galerist), Allan Katzman, Lil Picard, Gregory Battcock u.a.

fig.1: Eröffnung JEAN TOCHE • EXPLORING THE SEWERS OF BRUTAL POWER
fig.2: JEAN TOCHE; AGIT (CLUSTER) WALL (2005 – 2009)
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16. März bis 29. April 2007

3 Hamburger Frauen
Ergül Cengiz . Henrieke Ribbe . Kathrin Wolf
Wir trauen uns …

Zu den Feierlichkeiten laden wir Sie
am Freitag, 16. März 2007 um 19.00 Uhr
herzlich ein. Festliche Kleidung ist erwünscht.

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Die Zahl drei ist eine magische Zahl. Sie deutet auf die Einheit des Universums, auf die Einheit dreier Personen (Christentum) und auf Ordnungssysteme hin. Vor allem aber kehrt sie in Märchen wieder als Anzahl zu bestehender Prüfungen oder zu lösender Rätsel. Von Geschichten und Erzählungen handeln auch die großen temporären Wandmalereien, die das Künstlerinnenteam seit 2003 gemeinsam anfertigt. In den narrativen Kollektivarbeiten treten sie selbst immer als Protagonistinnen ihrer Erzählung auf. Beispielsweise in der jüngst entstandenen Wandmalerei für AR/GE Kunst in Bozen / I schlüpfen sie – als zeitgenössische Antwort auf „Ophelia“ – in die Rolle von Seeweibern, die von Kopf bis Fuß mit Erinnerungen an ihre gemeinsamen Ausstellungstouren tätowiert sind. (Abb. Memento (Ophelia), 1/2007)

In der Zeit vom 9. – 16. März 2007 entstand im Kunstverein Neuhausen ein weiteres Wandbild der 3 Hamburger Frauen zum Thema „Trauung“, das in diesem Zusammenhang als künstlerische Herausforderung und Mutprobe oder auch alchemistisch als Sinnbild der Vereinigung künstlerischer Gegensätze betrachtet werden kann.

1. Wandbild der Hamburger Frauen „Wir trauen uns / Marriage of Heaven and Hell“ (320 x 1000) cm, 2007

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3 Hamburger Frauen sind ein temporär kollaborierendes Künstlerinnentrio, das sich während der gemeinsamen Studienzeit an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg kennen lernte.

Die 3 Hamburger Frauen sind:

Ergül Cengiz; geboren 1975 in Moosburg, lebt in Hamburg. Studium: 1996 – 2000 Akademie der Bildenden Künste (Malerei); 2000 – 2003 HfBK Hamburg (freie Kunst) bei Prof. Alexander Roob, Günther Reski.

Henrieke Ribbe; geboren 1979 in Hannover, lebt in Oslo / N und Berlin. 1999 – 2005 HfBK Hamburg (freie Kunst) bei Prof. Alexander Roob und Günther Reski. 2005 Diplom bei Prof. Werner Büttner.

Kathrin Wolf; geboren 1974 in Ruit, lebt in Hamburg; 1995 – 1998 Studium Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis, Universität Hildesheim; 1998 – 2004 HfBK Hamburg (freie Kunst) bei F. E. Walther; 2004 Abschluß mit Diplom bei F. E. Walther; 2003 Gastsemester University of Art and Design, Helsinki.

Dauer: 17. März – 29. April 2007
Öffnungszeiten:
Donnerstag 17 – 20 Uhr, Samstag 14 – 17 Uhr, Sonntag 14 – 18 Uhr oder nach Vereinbarung Tel.: 07158 / 17 00 0
Künstlerinnengruppe mit Ergül Cengiz, Henrieke Ribbe und Kathrin Wolf, die an der HdBK Hamburg studierten.

PUBLIKATION

RISIKO CURATING. Wie jeder durch Zufall zum Kurator werden kann.
Projekte zwischen Intervention und Partizipation:
Risk (game) curating & other projects between participation and intervention. (deutsch/englisch)
Kunstverein Neuhausen e.V. 1996 bis heute
Herausgeber Susanne Jakob, Kunstwissenschaftlerin und künstlerische Leitung
(Texte: Hans-Jürgen Breuning, Susanne Jakob, Robert Pfaller)
Verlag KVN, 2007
ISBN 3000207872, 9783000207877
Umfang: 128 Seiten

Esslinger Zeitung (Elke Eberle).04.2007

Kunst als Herausforderung
NEUHAUSEN: Der Kunstverein stellt sich und seine Arbeit in Wort und Bild vor
Das Publikum beteiligen, zu Aktionen und Reaktionen anregen, ist das Anliegen der Kunsthistorikerin Susanne Jakob: „Der partizipatorische Aspekt zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellungsarbeit des Kunstvereins!“ Jakob ist die künstlerische Leiterin des Kunstvereins Neuhausen – und das seit mehr als elf Jahren. Jetzt ist ein Buch erschienen, in dem neben eher allgemeinen theoretischen Texten auch Beispiele aus der Ausstellung­s­praxis zu finden sind“: