PROJEKTE 2023

TRACKS & TRACES

SUNMIN PARK . FRAUKE SCHLITZ . ANDREAS SCHMID

Eröffnung: Sonntag, 14. Mai 2023, 14 – 18 Uhr

14.05. – 9.07. 2023

Foto: Sunmin Park, The lines that are erased while drawing“ (2021 Video 2021 © Sunmin Park

In der Ausstellung TRACKS & TRACES projizieren die drei eingeladenen
Künstlerinnen und Künstler Spuren, Wege und urbane Strukturen
in den Projektraum des Kunstvereins.

Zugleich werden die räumlichen Gegebenheiten und Wegführungen ebenfalls in die vor Ort entstehenden Werke (Frauke Schlitz /Andreas Schmid) einbezogen. Diese äußern sich in zeichnerischen Aktionen, in Interventionen und medialen Dokumentationen von zeichnerischen Aktionen (Sunmin Park).

Der Kunstverein Neuhausen ist mit TRACKS & TRACES  Kooperationspartner des landesweiten Ausstellungsprojekts „Trüffelsuche“ des Künstlerbundes Baden-Württemberg 2022-2023 und in dessen Vermittlungs- und Öffentlichkeitsarbeit eingebunden.


Guerilla Art Action Group – REVISITED

Große mediale Aufmerksamkeit und juristische Gegenreaktionen lösen die klimaaktivistischen Attacken der „Letzen Generation/Last Generation“ aus, die diese unter anderem auch gegen Kunstwerke in Museen richten. Diese ikonoklastische Geste geht jedoch zurück auf Aktionen, die bereits Ende der 1960er Jahren von Gruppierungen wie beispielsweise der Guerilla Art Action Group praktiziert wurden, um ihrer Kritik gegen den amerikanischen Angriffskrieg in Vietnam Nachdruck und Öffentlichkeit zu verleihen. (Aktionen wie z.B.: Blood Bath im Museum of Modern Art)






Foto: Art Workers‘ Coalition and The Guerilla Art Action Group protest in front of Picasso’s „Guernica“ at the Museum of Modern Art, New York City with the AWC’s „And babies?“ poster. © Jan van Ray


7.10. – 19.11.2023

The Guerilla Art Action Group (1969 – 1976)
(Jon Hendricks, Poppy Johnson, Jean Toche u.a.)
war eine Splittergruppe der Art Workers Coalition, die Ende der 1960er Jahre eine Vereinigung der kritischen, linkspolitischen Kulturschaffenden war. Von 1969 – 1976 führte GAAG über 40 Aktionen in New York City durch, die die Gründer Jon Hendricks und Jean Toche als “Reality Theater of Destruction” bezeichneten. Die öffentlichen Auftritte von GAAG äußerten sich in radikalen performativen Eingriffen, in überraschenden und in schockauslösenden Aktionen, aber auch in Vorträgen, die in öffentlichen Institutionen oder auf der Straße aufgeführt wurden; in Manifesten, die als Plakat, Handzettel oder Karte verbreitet wurden und in “offenen Briefattacken”, die an Vertreter:innen von Institutionen und Politiker gerichtet waren. Die Kritik der GAAG konzentrierte sich auf die militärische Intervention der USA in Vietnam, den strukturellen Rassismus eines Großteils der amerikanischen Politik und Gesellschaft sowie den Kunstbetrieb, der von politischen und wirtschaftlichen Interessen dominiert wird.


Ausgehend von historischen Aktionsrelikten wie z.B. das ikonische Objekt „Burnt U.S. Flag“ von 1970, Dokumentationen von Aktionen und Performances, Fotos, Manifeste u.a. möchte die Ausstellung wesentliche Aspekte des aktivistischen Engagements von GAAG und ihrer Mitstreiter:innen (Faith Ringgold, Yvonne Rainer, Yoko Ono, u.a.) herausarbeiten, das auch in der Gegenwart durch die klimaaktivistischen Attacken auf Kunstwerke in Museen der „Letzen Generation/Last Generation“ wieder eine neue Aktualität besitzt. 


GAAG, Burnt U.S. Flag, Judson Memorial Church, NYC 1970, Legal- Illegal © KV Neuhausen 2005

Vor der Verbrennungsaktion präsentieren Jean Toche und Jon Hendricks die bearbeitete us-amerikanische Flagge anlässlich der People`s FlagShow, Judson Memorial Church, NYC im November 1970. Nur wenige Tage später wurden die beiden Akteure Jean Toche und Jon Hendricks wegen „Schändung der us-amerikanischen Flagge“ zusammen mit der Künstlerin Faith Ringgold verhaftet.