28. September – 17. November 2024

fig.1.: Jan N. Angermann, © Google Earth Compilation
Ausstellungseröffnung im KV NEUHAUSEN
September 28, 2024, ab 14:00 Uhr
Dauer: September 29 – November 17, 2024
Ort: Kunstverein Neuhausen, Rupert-Mayer-Str. 68 B , 73765 Neuhausen/Fildern
Kontakt: kontakt@kvnneuhausen.com https://kvnneuhausen.com/
Öffnungszeiten: Samstags und Sonntags von 14 bis 18 Uhr
Info: Eintritt frei für die Ausstellung und das öffentliche Programm!
Der Kunstverein Neuhausen ist teilweise barrierefrei.
Weitere Orte
WUNDERKAMMER NATURALIA I ARTIFICIALIA, Badstr. 32, Bad Cannstatt
kunst [ ] klima, Breitscheidstraße 104a, 70176 Stuttgart
Der Austausch wird über den Kunstverein Neuhausen hinaus ausgeweitet und ein unsichtbares Netz wird zwischen diesem, dem Projektraum kunst [ ] klima, der WUNDERKAMMER – NATURALIA/ ARTIFICIALIA und der Akademie Schloss Solitude gespannt.
Please scroll down for English version
»Desertifikation« ist ein Begriff aus der Ökologie, der den klimabedingten Prozess der Wüstenbildung beschreibt. Wüstenbildung, Verwüstung und Überhitzung werden zwar gelegentlich durch natürliche Faktoren verursacht, sind jedoch meist menschengemacht – bedingt durch den Klimawandel, Abholzung, Überweidung, Armut, politische Instabilität, Krieg, nicht nachhaltige Bewässerungsmethoden oder eine Kombination dieser Faktoren. Zusammen mit dem Anstieg des Meeresspiegels, Hitzewellen sowie der Zunahme von Überschwemmungen und Stürmen gehört Desertifikation zu den gravierendsten Veränderungen auf unserem Planeten. Diese Veränderungen gehen häufig mit einer globalen soziopolitischen Verrohung einher. Dennoch bieten diese drastischen Auswirkungen auch die Chance für ein solidarisches Umdenken und die Entstehung von Neuem. Wüsten auf der ganzen Welt, obwohl sie in ihrer Natur unterschiedlich sind, teilen bemerkenswerte soziale Merkmale: Sie sind Brachland, Lebensraum und dienen als ortsspezifische Grundlage für Simulationen zukünftiger Planetensiedlungen.
Sie sind Orte der Krise, der künstlerischen Subversion, aber auch utopischer Gesellschaftsprojekte. So sind Wüsten kulturell lebendige Orte, die weder Anfang noch Ende kennen.
Das Ausstellungsprojekt basiert auf dem Prinzip des Dialogs und untersucht das Phänomen der »Desertifikation« unter Einbeziehung ökologischer, ökonomischer und sozialpsychologischer Aspekte.
Mit Jan Nicola Angermann, Lukas Bauer, Maan Barua, Beate Baumgärtner, Stella Covi, Kosmas Phan Dinh, Jan Forray, Moe Thet Han, Leila Hekmatnia, Barbara Karsch-Chaïeb, Andreas Mayer-Brennenstuhl, Sadya Mizan, Ahmed Rasel, Benjamin Stäbler, Georg Winter, Tatyana Zambrano.
Kurator:innen: Gloria Aino Grzywatz und Jan Nicola Angermann
Co-Kuratorin: Sadya Mizan, Bangladesh (ASS Stipendiatin 2024)
Diashow: Eröffnung am 28. September 2024
Fotos © Jan N. Angermann, Beate Baumgärtner, Andreas Mayer-Brennenstuhl, Barbara Karsch Chaieb.
Programm am Eröffnungstag, 28. September 2024
14:30 Uhr – GRUSSWORT
Hermann Wenzler, 1. Vorsitzender Kunstverein Neuhausen e.V.
14:45 UHR – EINFÜHRUNG
Jan Nicola Angermann und Gloria Aino Grzywatz, Kurator:innen
15 Uhr – SCREENING
Leila Hekmatnia ›MARGAB‹
Leila Hekmatnia ist eine iranische multidisziplinäre Künstlerin und Forscherin, die an der Schnittstelle von Poesie, Theater und Film arbeitet.
16 Uhr – LESUNG
Moe Thet Han „Cannibalism in Ancient Yangon“
Moe Thet Han ist Schriftsteller und Mitglied von Pen Myanmar. Aufgrund seiner regimekritischen Texte musste er vor dem Militärputsch in Myanmar fliehen. Von Juli 2023 bis Mai 2024 war er Stipendiat der Akademie im Praxisfeld «Textuell».
17 Uhr
FIELD RECORDING / AMBIENT SET + SOMATISCHES »SPA TREATMENT«
Stella Covi und Kosmas Phan Dinh hydrosonic notes on tourism
Die Kollaborative Praxis von Stella Covi und Kosmas Phan Dinh basiert auf akustischen und somatischen Techniken, um Sensibilität und Kontaktzonen zwischen verschiedenen (wässrigen) Körpern zu eröffnen.
LECTURE PERFORMANCE
Sadya Mizan
„Echo of Water Realities from Bangladesh“
Sadya Mizan befasst sich mit den vielseitigen Werken verschiedener Künstler*innen, die sich mit den Themen Klimawandel, Fluss und Wasser auseinandersetzen.
Credits:
Das Projekt wird gefördert durch die Kommune Neuhausen/Fildern, das Land Baden- Württemberg, den European Research Council Horizon, Ritter Sport, Waldenbuch und die Akademie Schloss Solitude. Mit freundlicher Unterstützung des THW Ausbildungszentrums, Neuhausen/Fildern.

fig.22: © Ahmed Rasel, Memory of Lost Land, 2018-2023 (curated by Sadya Mizan)
ENGLISH
»Desertification« is an ecological term that describes the process of desert formation. Desertification, or land degradation, is sometimes caused by natural factors but is usually man-made – resulting from climate change, deforestation, overgrazing, poverty, political instability, war, unsustainable irrigation methods, or a combination of these factors. Along with rising sea levels, heat waves, and the increasing frequency of floods and storms, it represents one of the most significant changes on our planet. These changes are often accompanied by a global sociopolitical coarsening. However, these drastic impacts also offer an opportunity for collective rethinking and the emergence of something new. Deserts around the world, though diverse in nature, share several remarkable social characteristics: they are wastelands, habitats, and serve as site-specific foundations for simulating future planetary settlements. They are places of crisis, artistic subversion, and utopian societal projects. Thus, deserts are culturally vibrant places that know neither beginning nor end. The exhibition project is based on the principle of dialogue and examines the phenomenon of »desertification« by incorporating ecological, economic, and social-psychological aspects.
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Informationen zu den Kuratoren
Gloria Aino Grzywatz (Berlin/Stuttgart) verwebt in ihrer Praxis künstlerisches, kunstvermittelndes und kuratorisches Arbeiten und Wissen miteinander. Mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten widmet sie sich kontinuierlich der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Diskursen und der Erforschung neuer Technologien. Im Mittelpunkt steht dabei ein transdisziplinärer Forschungsansatz, der die Verschränkung von Kunst und Wissenschaft fördert. Sie hat unter anderem für die Berlin Biennale, das KW Institute for Contemporary Art, die Akademie Schloss Solitude und die Documenta gearbeitet. Sie ist Teil des Kurator:innenkollektivs „peer to space“ und arbeitet derzeit im kuratorischen Bereich des ZKM // Zentrum für Kunst und Medien (Karlsruhe).
Jan Nicola Angermann (Stuttgart) ist bildender Künstler und Kurator. Er hat ein Diplom in Bildender Kunst von der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Von 2022 bis 2024 war er „Artist in Residence“ an der Akademie Schloss Solitude. Seit 2021 leitet er den Stuttgarter Projektraum WUNDERKAMMER – NATURALIA / ARTIFICIALIA. Darüber hinaus ist er an verschiedenen künstlerischen und kuratorischen Projekten wie der Iwaya Community Biennale (Lagos, Nigeria), DURCHBRUCH, Festival für Interdisziplinären Austausch und Currently Available (Projektraum Römerstraße, Stuttgart) beteiligt und ist geschäftsführendes Mitglied des Künstlerbundes Baden-Württemberg. Seine Projekte werden u.a. gefördert vom ifa – Institut für Auslandsbeziehungen, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und dem Kulturamt der Stadt Stuttgart.
Das Projekt wird gefördert durch die Kommune Neuhausen, das Land Baden-Württemberg, den European Research Council Horizon, Ritter Sport und die Akademie Schloss Solitude.
Mit freundlicher Unterstützung des THW Ausbildungszentrums, Neuhausen/Fildern.



Andreas Mayer-Brennenstuhl, „Bad Moon Rising“, Video-Beitrag zur Ausstellung „DESERTIFICATION“, Kunstverein Neuhausen 2024 ©AMB
https://youtu.be/0bEGZnscqo8?si=II-KwGTr5n0IP55L























